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Dr. Bärbel Wardetzki
1952 wurde ich in Berlin geboren und zog mit 10 Jahren mit meinen Eltern und meiner großen Schwester nach München. Meine Kindheit war geprägt von liebevoller Zuwendung, aber auch von traurigen Ereignissen wie dem Tod meiner Zwillingsschwester und meines Vaters. Meine Mutter, meine Schwester und ich hatten einen großen Zusammenhalt, der mir Sicherheit und eine positive Einstellung zum Leben gegeben hat.

Nach dem Abitur studierte ich Pädagogik und Psychologie, die ich mit dem Magister Artium und dem Diplom abschloss. 1981 begann ich bei Miriam und Erving Polster in La Jolla, Kalifornien, meine Ausbildung in Gestalttherapie. In diesen Wochen des Kompakttrainings machte ich tief greifende Erfahrungen, die einen langen Weg der persönlichen Entwicklung einleiteten.

Von 1983 bis 1992 arbeitete ich als Psychotherapeutin in der psychosomatischen Klinik in Bad Grönenbach, einem Ort, an dem ich sowohl professionell als auch persönlich viel lernte. Dort beschäftigte ich mich mit Sucht, speziell Ess-Störungen und narzisstischen Persönlichkeitsstörungen.

1989 schrieb ich meine Dissertation über Ess-Störungen und Weiblichen Narzissmus, die die Grundlage für mein Buch „Weiblicher Narzissmus – Der Hunger nach Anerkennung“ bildete, das 1991 erschien und zu einem großen Erfolg wurde. Es folgten weitere Bücher über Ess-Störungen, Narzissmus und Kränkungen. Grundlage der Bücher sind im Wesentlichen die Erfahrungen aus meiner psychotherapeutischen Praxis, die ich seit 1992 in München führe.

Meine psychotherapeutische Arbeit umfasst die Begleitung von Menschen mit gestörtem Essverhalten, speziell Bulimie, mit Beziehungsproblemen und Kränkungserlebnissen am Arbeitsplatz und in privaten Kontexten. Des Weiteren geht es um narzisstische Themen und die Hilfe in Krisensituationen.

Große Freude machen mir auch Supervision und Coaching, Vorträge im In-und Ausland, sowie Seminare für Kollegen und interessierte Laien. Auch bin ich regelmäßig im Radio zu hören u.a. als psychologische Expertin bei Bayern 1 und trete immer wieder im Fernsehen auf.

Es ist eine lebendige und facettenreiche Tätigkeit, die mich erfüllt  und immer wieder Platz für neue Projekte lässt.

Philosophie

Als ich 9 Jahre alt war, saß ich beim Zahnarzt auf dem Stuhl und dachte bei mir: Der arme Mann muss jeden Tag dasselbe tun. Dieses Bedürfnis nach Abwechslung und Neuem prägt bis heute meine Arbeit. Dazu passt auch die Philosophie der Gestalttherapie: Es gibt nichts Beständigeres als die Veränderung. Und in der persönlichen Entwicklung und dem seelischen Wachstum sehe ich den Sinn meiner Arbeit und auch meines eigenen Lebens.

Meine erste Begegnung mit der Gestalttherapie hatte ich Anfang der 80-iger Jahre, als Hunter Beaumont aus den USA am Institut für klinische Psychologie in München einen Lehrauftrag bekam. Er vermittelte mir die Wichtigkeit, zu mehr Bewusstheit, Identität und Authentizität zu gelangen.

Goldstein formuliert es folgendermaßen: „Therapie ist Erlebnis. Und Erlebnis findet jetzt statt, nicht gestern oder morgen, sondern gerade in diesem Moment. Je mehr Bewusstheit wir für uns im Augenblick entwickeln, umso mehr sind wir bei uns, im Kontakt mit dem, was wir fühlen, wünschen und denken. Je mehr wir annehmen, was ist, indem wir akzeptieren, was wir fühlen, wünschen und denken, umso selbstbewusster werden wir.“

Das bedeutet für mich Integrität. Es zeigt sich darin, dass der Mensch das lebt, was er vorgibt zu leben. Dass er tut, was er sagt und dass Innen und Außen übereinstimmen. Vielleicht resultiert daraus auch mein Interesse am Narzissmus, bei dem die Spaltung von innerem Befinden und äußerer Fassade eklatant ist.

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